Mittwoch, 10. August 2016

4. Turmregatta am Reschensee

oder Traumrevier, das sich noch nicht von seiner windigen Seite zeigte.

Neben dem Gardasee verstecken sich noch manch andere Segelrevierperlen südlich der deutschen Grenze. Dieses Jahr machte sich die Streamlineklasse auf, den Südtiroler Reschensee zu erkunden.
Der kleine, aber feine Segelverein Reschensee, der erst 2011 die Tore geöffnet hat, bietet sich da als Ausrichter an.




Das Gebiet ist große Klasse: Ein 6 km langer Stausee berühmt für seine kontroverse Geschichte mit Enteignung, Dorfsprengung und -überflutung. Zementiert in seinem Wahrzeichen, dem Alt-Grauner Kirchturm, der zur Hälfte aus dem See ragt. Der See liegt auf etwa 1400m Höhe und verspricht 300 Sonnentage, die im Allgemeinen schön starke thermische Winde zur Folge haben. Umrahmt wird der See von einer malerischen Kulisse schneebedeckter Berge, die an der 4000 Metermarke kratzen. Trotz Sommer-Hochsaison kommt der See sehr ruhig daher und nur ein paar wenige Kitesurfer ziehen ab und an ihre Bahnen.
Das kleine und feine Klubhaus des Seglerverein Reschensee

Die Anreise von München kann man durchaus als Katzensprung bezeichnen, umso
mehr freuen wir uns, dass drei Teams den weiten Weg aus Berlin auf sich genommen haben. Der Regattakalender versüßt ja auch die Anreise, weil die Events in Österreich und Italien clustern, so dass die Boote hier unten gelassen werden und die Teams so deutlich zügiger ihre Rückreise bestreiten können.
Tatsächlich erst nach der Regatta entstandenes Bild beim Probeschlag mit Manne!

Der Samstag beginnt ganz entspannt, da der erste Start nicht vor 13:00 vorgesehen ist. Diverse Boote werden noch gekrant und machen mit der ersten Besonderheit des Sees Bekanntschaft. Es gibt keinen richtigen Steg sondern nur Bojenliegeplätze. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, da alle Mannschaften per Motorboot geshuttelt werden. Wir teilen uns das Event mit den Solingen, die seit Freitag da sind und schon fleißig ihre Bahnen ziehen.

Zum ersten Start haben wir etwa drei Windstärken. Die Thermik kann sich nicht so richtig aufbauen, weil das Wetter eher bescheiden ist. Gesegelt werden sollen drei klassische Runden 'up and down'. In der zweiten Runde lässt der Wind dann ordentlich nach und dreht in Richtung Einbahnstraße. Die Wettfahrtleitung erlöst uns am Ende der zweiten Runde mit der Flagge 'S'. Es geht zurück in den Hafen und wir lernen die weiteren Annehmlichkeiten des Gastgebervereins kennen: Freibier, Brotzeit und noch mehr Freibier. Da blüht das Seglerherz. Ein weiterer Start kommt auch nicht mehr zu Stande. Da hilft auch nicht, dass die Einheimischen von 4 Wochen Bombenwetter mit ordentlich Wind berichten können. Abends wird dann gemeinsam im großen Festzelt gespeist, mit 4-Gänge Menü von dem so manch anderer Segelverein vor Neid erblassen würde. Außerdem werden die Tagessieger mit rotem Trikot und Champus gekürt.

Noch abends wird beschlossen für die weiteren Rennen generell auf zwei Runden zu verkürzen, um noch möglichst viele Wettfahrten in die Wertung zu kriegen.
Der Sonntag fängt dann auch gut an. Die erste Wettfahrt geht bei Südwind sauber durch, der nächsten geht jedoch auf den letzten Metern die Puste aus. Bei der daraus resultierenden Bahnabkürzung gibt es zwar ein wenig Konfusion, aber nichts was einen Einfluss aufs Ranking hat.
Danach ist dann erstmal Glatze auf dem See. Die Sonne kommt raus, es wird verdammt heiß und wir können endlich die Wollmützen ausziehen, die für jeden Teilnehmer im Begrüßungspaket waren. Zusammen mit den Solingen segeln wir über den See und treiben einmal kollektiv um den bereits besprochenen Kirchturm herum und begaffen die Touristen an Land.

Die ersten Streamlines geben die Hoffnung auf und machen sich auf zum Kran,
allerdings setzt kurz vor der letzten Startmöglichkeit der Wind aus Norden wieder ein.
Der Wettfahrtleiter macht kurzen Prozess und so geht es mit den verbliebenen Streamlines noch ein letztes Mal auf die Bahn. Vielleicht liegt es am Sonnenschein in der Windpause, jedenfalls bläst es jetzt endlich mal mit guten 4 Windstärken. So macht die Streamline besonders viel Spaß. Champagnersegeln zum Abschluss.

Für alle Beteiligten bleibt das Herauskranen. Abgerundet wird es mit Freibier.
Das ist für uns besonders interessant, weil wir noch ein paar Tage Urlaub hinten dranhängen und auf die Rückreise verzichten können.
Definitely quite beautiful



Es bleibt noch die Zusammenfassung und der Ausblick: Verdammt schön hier im Hochgebirge. Ein See, der nicht langweilig wird – wenn doch, dann einfach mal unfreiwillig Mann über Bord Manöver üben. Wir haben den See jedenfalls taktisch noch nicht so ganz durchdrungen.

Ergo wiederkommen! Die würden uns hier auch nochmal nehmen. Freie Bojen gibt es auch, also können wir nächstes Jahr mit zwanzig Streamlines aufschlagen. 


3. Platz 2002 Adrian, Carlo und X
2. Platz 2073 Axel, Viecher und Thilo
1. Platz 2065 Malte, Thilo und Simon

Allerdings gibt's Wein zu gewinnen. Aus Tirol, in riesigen Flaschen…

Es grüßt eure GER 2065

Dienstag, 26. Juli 2016

Es stimmt: Hinten ist die Ente fett

 Vom 23. – 25. Juli ging der Ligazirkus in die nächste Runde. Spielstätte: Travemünde. Für den KaR sollten Paul, Florian, Katharina und Felix an den Start gehen. In dieser Besetzung haben wir in den Wochen seit dem letzten Ligaspieltag trainiert und sind vor nur wenigen Wochen in dieser Formation bei der J70 EM vor Kiel angetreten. Oline stand als 5. Person unterstützend an Land zur Seite und war somit offiziell für das Stoßen des Hornes beim Ablegen und bei Tagessiegen zuständig

Vollkommen positiv starteten wir mit der Zielsetzung in das Event, die Leistung aus Konstanz (Platz 8) zu bestätigen und bestmöglich unter die ersten 6 zu segeln, um so die Finalrennen zu erreichen.







Bei leichtem Wind und herrlichstem Sonnenschein konnten wir unsere Serie mit zwei  zweiten Plätzen beginnen, die uns in unserem Gefühl bestätigten, vorne dabei sein zu können.

Der erste Tag konnte mit dem 5. Platz in der Spieltagstabelle abgeschlossen werden. Natürlich war das nur eine Momentaufnahme, da alles sehr eng zugeht in der Liga, für uns dennoch ein gelungener Auftakt. Beim Aftersailbeer konnten wir das ein oder andere Rennen noch im SAP Sailcube analysieren, ehe wir den Heimweg antraten.

Zunächst hieß es an Land auf die einsetzende Thermik zu warten und so vertrieben wir uns die Zeit mit Doppelkofgespiele und Kaffetrinken . Die aufkommende Thermik sollte für fantastische Bedingungen sorgen. Ein etwas stärkerer Wind als am Vortag versprach spannende Rennen und Gleitbedingungen auf der Lübecker Bucht.

Ein solider 3. Platz zum Beginn des Sonntags, gefolgt von einem knappen 5. und einem Tagessieg ließen uns weiter am oberen Tabellenrand mitspielten. Allerdings rückten die Verfolger immer näher und Ausrutscher galt es nun mehr als zuvor zu vermeiden.

Der Tag wurde sehr lang und in den letzten beiden Rennen des Tages sorgten Unachtsamkeiten, Hakeleien mit anderen Teams und vermutlich der nicht mehr vorhandene Portwein für zwei derbe Platzierungen mit voller Punktzahl. Während der erste Ausrutscher mit einem kleinen Absrutschen auf Platz 7 fast noch verzeihlich war, ließ uns der zweite 6. Platz bis auf Platz 12 durchsacken. Allerdings nur 2 Punkte vom 7. Platz entfernt.
Etwas geknickt, aber hoffnungsfroh am Montag nochmals mit frischem Geiste angreifen zu können, nahmen wir etwas geschafft vom Tag die Empfangseinladung auf der Passat an und ließen den Tag ausklingen.

Der letzte Tag begann mit einer tollen Überraschung. Thilo reiste spontan mit Christian Schumacher und dessen Sohn Ben nach Travemünde um Olines Job zu übernehmen, da diese am Sonntag wieder nach Berlin musste.

Gemeinsam war es nun an der Zeit zu hoffen, dass sich ein Wind durchsetzen würde, sodass wir die Schnitzer des Vortags vergessen machen konnten. Der Himmel bedeckt, die Ostsee ein Spiegel. Die Befürchtungen, dass da nix mehr kommt wurden beim Warten auf der Mole immer stärker. Um 13.00h war es dann offiziell. Keine weiteren Rennen – keine weitere Chance unser Ziel doch noch zu erreichen. In unseren Köpfen gingen die „Hätte-Wenn-und-wäre Achterbahnen“ nun erst richtig los. Die fetten Punkte zum Ende der Serie zeigen dabei einmal mehr, wie eng es in der Segelbundesliga zugeht.
Es fühlt sich in etwa so an, wie wenn beim Fußball in der Nachspielzeit das entscheidende Tor gegen einen geschossen wird und das Spiel nicht mehr angepfiffen wird.

Vermutlich werden die Gedanken an die letzten zwei Rennen uns noch ein paar Tage beschäftigen und müssen einfach durch das Aufsteigen aufs Trainingsboot ausgebremst werden.

Nichtsdestotrotz hatten wir in Travemünde großartige Segeltage, in denen wir wieder viel lernen konnten. Vielen Dank für die großartige Unterstützung von Zuhause, aus Italien und von dort wo es die Rupenhorner in der Sommerzeit halt noch so hin verschlägt.

Bis zum 19. August ist der KaR auch in der Gesamtwertung auf dem 12. Platz, ehe es auf dem Wannsee zum Heimspiel kommt.

Liebe Grüße

Das KaR - BuLiTeam

Montag, 18. Juli 2016

J24 unter neuer Besetzung auf der KiWo

Work, work, work, - Das war unser Motto bei der Kieler Woche 2016. Denn es ist viel Arbeit zu tun mit einem komplett neuen Team. Drei von uns fünf Seglern sind Neueinsteiger auf der J24 und zwei davon sogar KiWo-Frischlinge. Zuerst mussten wir alle also etwas zusammenwachsen und wie wäre das besser möglich als bei einem 7-nächtigen Sleep-Over bei Kirsten, einer alten Freundin von Frank Lüneberg, die uns erlaubte, im geräumigen Wohnzimmer ihres wunderschönen im Zentrum von Kiel gelegenen Hauses auf Sofas und Gartenliegen zu campieren?
Nachdem wir Donnerstag Abend erst spät angekommen waren und das Boot nur auf den Salzwiesen abstellten, ging es Freitag richtig los. Nach Meldung, Wiegen der Crew und Kranen und Aufbauen des Schiffes fuhren wir bei schönstem Wetter und ordentlichem Wind zum ersten Training raus und erkundeten das für die Frischlinge neue Revier. Hierbei hatten wir die Ehre und das Vergnügen, den Olympia-Segler Oliver Szymanski mit an Bord zu haben, der unseren Vorschiff-Mann Kilian für diese Trainingseinheit vertrat, da dieser das Pech hatte, durch die Vorzüge der deutschen Bahn anstatt 3 Stunden Zugfahrt nach insgesamt 6 Stunden endlich in tiefster Nacht bei uns in Kiel anzukommen. Nun war das Team komplett.
Am Samstag, dem ersten Wettfahrtag, fuhren wir motiviert und mit gezogener Genua aus dem Hafen, mussten dann allerdings auf dem Wasser feststellen, dass der Wind im Vergleich zum Vortag stark zugenommen hatte und stiegen auf Fock um. Die Starts des ersten Tages mit häufigen allgemeinen Rückrufen sahen wir als sehr willkommenes Starttraining für unsere frisch gebackene Steuerfrau Felicia und tasteten uns immer weiter an die Startlinie heran. Die Wolken und Windfelder wurden fleißig von unserem Taktiker Philipp analysiert und los ging’s. Auf der ersten Kreuz mussten wir allerdings feststellen, dass wir für die starken Winde zu leicht waren und mit der Höhe der anderen Schiffe kaum mithalten konnten. Dazu trug auch die Tatsache, dass die Leiste unseres Großtravellers gebrochen war und diesen hierdurch verkeilen ließen, bei. Auch die Manöver wurden nur langsam sicherer und Abläufe klarer. Trotz alledem fuhren wir in den Wettfahrten des ersten Tages einen 19., 20. und 21. Platz, wobei zum Ende hin leider die Kräfte nachließen.
Die nächsten Tage verliefen im Großen und Ganzen weiter gut, das Team spielte immer mehr zusammen und wir gewöhnten uns an die gegebenen Umstände.
Da wir allerdings immer noch nicht mit der Höhe der anderen Schiffe mithalten konnten, die Taktik nicht konsequent durchgefahren wurde und es bei Tonnenmanövern leider das ein oder andere Mal zu Schiffs- oder Tonnenberührungen kam, konnten wir am Ende nur den 22. Platz der Gesamtwertung ergattern.
Im Rückblick sind wir allerdings trotz allem zufrieden mit unserer ersten Kieler Woche in dieser Konstellation und wissen jetzt genau, woran wir noch arbeiten müssen. Nicht nur unsere seglerischen Fähigkeiten sind noch ausbaufähig, sondern auch das Schiff bedarf nun einiger Aufmerksamkeit. Gewisse Reparaturen und Erneuerungen stehen an und die nächsten Trainingswochenenden und Regatten sind schon angesetzt.

Ahoi, euer J24 Team
Feli, Frauke, Kilian, Philipp und Tyll

Freitag, 15. Juli 2016

German Open International 14

Die (für uns) erste German Open findet im Rahmen der Warnemünder Woche statt. Ausnahmsweise ist unser Boot mal tiptop vorbereitet und ein Großsegel ohne Löcher konnten wir auch noch auftreiben.
Die Logistik an Land ist schrecklich da der Campingplatz auf der Mittelmole ist, das Boot am Strand und der Trailer bei der Warnowwerft steht. Die Sanitäranlagen sind grauenhaft, die Preise zu hoch und das Sicherheitspersonal durchgehend überfordert.
Trotzdem stehen wir am Freitag pünktlich aufgeriggt und vermessen am Strand - leider bleibt der Wind aus. Nach einer längeren Startverschiebung geht es dann mit A-Cats auf die Bahn und nach ein paar Startversuchen wegen Starkwindwarnung wieder zurück. Spaß haben wir trotzdem, als wir in den ersten starken Böen noch mal unter Gennaker probieren die Glashäger (ex Illbruck) zu überholen.




Über Nacht werden die Boote Sturmsicher verpackt. Am Samstag morgen steht dann leider so eine große Welle auf den Strand, dass an slippen nicht zu denken ist. Erst um 16.45 Uhr starten wir und finden uns nach drei Läufen um 20 Uhr knapp in der ersten Hälfte auf Platz 8 wieder.
Um noch ein paar Läufe aufzuholen ist am Sonntag schon um 10 Uhr start. Nach dem aufwendigen Slippen in der Brandung merken wir dann, dass wir unsere Stöpsel am Heck nicht eingeschraubt haben. Bis das Boot wieder leer ist, ist das erste Rennen leider schon gestartet.
Danach können wir aber gleich im besten Lauf unserer i14-Karriere mit einem dritten Platz zurückschlagen. Dann kommt richtig Wind auf, trotzdem sparen wir uns die erste Kenterung des Events für den letzten Zieldurchgang als das Trapezterminal abreißt und uns doch noch mal baden schickt.

Richtig tolle Bilder vom Sonntag gibt es hier: https://flic.kr/p/J5Kbjz

Am Ende bleibt es bei dem guten 8. Platz und der Erkenntnis, dass unser Boot richtig schnell sein kann. Weiter geht's dann im August bei der WM in Carnac.

Samstag, 9. Juli 2016

8. Platz beim Gothencup

Mart hat beim Gothencup (Opti B) den 8. Platz erreicht und für den KAR den Wanderpokal für den besten Segler im Bezirk Unterhavel gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!



Donnerstag, 30. Juni 2016

J/70-EM 2016 in Kiel - ersegelte Lottozahlen führen nicht automatisch zum Hauptgewinn...

Ein paar Tage sind nun schon seit der Rückkehr von der J/70-Europameisterschaft vergangen. Das Boot steht wieder entsalzt und aufgebaut im Verein. Unsere Segelsachen sind nach heftigem Dauerregen und spritziger Welle getrocknet.
Wer dem KaR-Bundesligateam auf Facebook folgt, konnte schon unsere Berichte der ersten drei Tage lesen. Den Abschlussbericht nach dem letzten Tag, blieben wir euch bislang schuldig.
Zahlen zuerst! Mit den Plätzen 18, 18, BFD, 20, 1, 3, 23, 27, 41, 21, 35 landen wir auf dem 41. Platz von 91 gestarteten Booten.
Das ist im Blick auf die Konkurrenz nicht schlecht, so richtig zufrieden sind wir dennoch nicht.
In den ersten Rennen galt es, sich in die Regatta einzufinden. Gestartet wurde nacheinander in zwei Gruppen, da beim Practice Race am Mittwoch mit 80 Booten an der Linie zu viele Frühstarts produziert wurden.
Einzige Rettung an der dennoch langen Linie ist eine Logge, die – vorher richtig programmiert – den Abstand zur Linie anzeigen kann. 
In den ersten Rennen merken wir schnell, wie groß der Kreuzspeed der internationalen Elite ist. Wir stellen sofort fest, dass wir für Wind und Welle zu leicht sind und versuchen alles, um das Boot sauber zu trimmen und Druck abzubauen. Bei 1,25 nautischen Meilen Distanz zur ersten Tonne fahren die Top Teams dennoch einiges an Höhe und Vorsprung raus. Ohne perfekten Start ist es sehr schwer, die 15-20 Minuten dauernde Kreuz erfolgreich zu absolvieren.
Nach zwei 18. Plätzen fangen wir uns zum Abschluss des ersten Wettfahrttages noch eine Disqualifikation auf Grund eines Frühstarts ein.
Am nächsten Tag ist merklich weniger Wind und auch das Wasser ist flach. Es herrschen deutlich angenehmere Bedingungen für uns Binnensegler. Im ersten Rennen (20. Platz) verhindert ein mittelmäßiger Start eine bessere Platzierung. Der Seewind ist extrem konstant in Richtung und Stärke, so dass ein Aufholen schwierig ist.
Im zweiten Rennen passt der Start endlich perfekt. Auf der richtigen Startseite mit freiem Wind und Entscheidungsfreiheit runden wir die Luvtonne als Siebte. Wir erkennen sofort ein Muster für den Downwind und fahren auf die richtige Seite. Am Ende des Vorwindkurses runden wir das Gate als Erste. Die zweite Kreuz fahren wir sehr souverän und decken sowohl den Zweiten als auch die weiteren Verfolger. Nach einem schier unendlich langen zweiten Vorwindkurs fahren wir als erstes deutsches Team einen Tagessieg bei dieser Europameisterschaft ein. 

Hier noch mal im Tracking nachzuverfolgen ;)
Leider ließ nach diesem Rennen der Wind nach, so dass kein weiteres Rennen bei diesen Bedingungen gesegelt werden konnte.
Der dritte Tag brachte Regen, Regen, Regen und Gewitter. Erst als der Regen zwischenzeitlich nachließ, konnte sich ein stabiler Wind aufbauen. Nach zwei allgemeinen Rückrufen unter Black Flag flogen circa 30 Schiffe für das Rennen raus. Nach taktischen Ansagen von Florian schafften wir es jedes Mal, uns unterhalb eines großen Pulkes zu positionieren und so am Start nicht von der Wettfahrtleitung gesehen zu werden. Im schlussendlich gestarteten Rennen mit elf Schiffen ersegelten wir den 3. Platz.
Der Wind frischte anschließend erheblich auf. Durch mangelnde Konzentration, einem schlechten Start oder Erschöpfung passierten uns in den beiden weiteren Rennen dumme Fehler beim Setzen an der Luv Tonne. Der Gennaker fiel ins Wasser oder eine Schot wurde zu früh gefiert und verfing sich im Großbaum. Jedes Mal verloren wir zahlreiched Plätze, die wir auf der Kreuz bei dem starken Wind und der ruppigen Welle nicht wieder gut machen konnten.

Der 3. Platz und die Tatsache, dass sich viele Teams Punkte durch die Black-Flag-Disqualifikation eingefangen hatten, ließen uns aber dennoch auf dem 26. Gesamtrang verweilen. Bei starkem Wind und hoher Welle, begleitet von Blitz und Donner, glitschten wir unter Gennaker mit bis zu 18 Knoten Bootsgeschwindigkeit in den Hafen.
Am letzen Tag klappte dann rein gar nichts.
Nach guter erster Kreuz im ersten Rennen verschätzte ich mich bei der Annäherung an die Luvtonne. Mit Steuerbord-Schoten versuchte ich uns zwischen Gegner und Tonne hindurch zu drücken. Leider missglückte dies komplett. Bei Strömung und Welle blieben wir mit dem Kiel in der Leine hängen, mussten 25 Schiffe passieren lassen und zusätzlich noch eine Strafdrehung absolvieren. Gefrustet fuhren wir dem Feld hinterher und schafften es auch nicht auf dem Vorwind unseren sonst hohen Speed abzurufen.
Die beiden letzten Rennen spiegelten das Erste wieder: Mangelnde Kreuzgeschwindigkeit, Welle, starke Winde, Frust und taktische Fehlentscheidungen ließen uns in den folgenden zwei Rennen Platz für Platz verlieren. Teams, die wir vorher immer kontrollieren konnten, fuhren uns plötzlich davon. So verschlechterten wir uns leider vom guten und zufriedenstellenden 26. Platz auf den Gesamtrang 41.  

Platzierung im Verlauf der Regatta.
Trotzdem konnten wir durch die Teilnahme an der Europameisterschaft fürs Liga-Segeln profitieren: So manche Glitsch-Halse glückte ohne Speedverlust, das Bootsgefühl wuchs weiter, das Handling verfeinerte sich, die Starkwind-See-Erfahrung wäre in Berlin niemals so möglich gewesen, die Team-Abstimmung für das nächste Event in Travemünde näherte sich dem Zahnrad-Prinzip, der Bedarf an funktionierender Kommunikation auch bei Frust wurde deutlich, der Spaß am Segeln wurde genährt… Rundum: Es hat sich definitiv gelohnt!





Viele Stunden auf dem Wasser, viele Manöver, viele Lieder aus der vierstimmigen Jukebox, viele verzehrte Müsliriegel, viele taktische Erfahrungen, viele herabgesurfte Wellen, viele genossene After-Sailing-Biere, viele ausgewrungene Klamotten, viele blaue Flecken, viel Gelächter und Glücksgejauchze – das war die Euro 2016!


In Ermangelung eines guten Fotos.


Paul Ost

Montag, 6. Juni 2016

Der Klang des Rupenhorns soll erschallen auf dem Teiche



Vom 27. – 29. Mai stand am Bodensee der 2. Spieltag der Deutschen Segelbundesliga bevor. Am Donnerstag, legte das Team mit Paul, Sebastian, Katharina, Paul „Worry“ Worrmann sowie Felix in Berlin ab und bezog in den frühen Nachtstunden das Domizil in der Konstanzer Altstadt.
Die Windprognose für die kommenden Tage war, man ahnte es bereits, mies. Die Hoffnung bestand darin, dass sich thermische Winde durchsetzen würden.
Tatsächlich setzte pünktlich zum ersten Start um 11h eine leichte Thermik ein. So wie wir ablegten (schließlich waren wir gleich im ersten Rennen gefordert), erschallte erstmalig das „Rupenhorn“ in der Segelbundesliga. Das von Mark Schmidt gestellte Schallhorn, das an den Wanderpreis des Finnfinales erinnert, wird fortan als treuer Begleiter und Glücksbringer ertönen, sobald das Team von Land ablegt oder einen Tagessieg einfährt. Das erste Rennen konnte der KaR hinter dem amtierenden Deutschen Meister mit einem zweiten Platz beenden. Das Rupenhorn durfte somit zwar nach den Spielregeln, noch nicht erschallen, dennoch wurde das Selbstbewusstsein durch diese gute Platzierung im ersten Rennen untermauert. In den Folgerennen sorgten durchschnittliche Starts und einige Strafkringel für durchwachsene Platzierungen, ehe nach dem ersten Tagessieg endlich das Rupenhorn erklingen konnte. Ein 5. Platz im letzten Rennen des Tages, abermals durch eine Strafe am Start verursacht, vertrübte den Abschluss ein klein wenig. Dennoch konnte beim verdienten Stegbier, ein guter Einstand in Konstanz resümiert werden.

Der zweite Wettkampftag begann mit - Startverschiebung. Bis es an diesem Tag endlich los ging, wurden einige Startversuche unternommen, die das Team vom KaR gelassen beim „Doppelkopfspielen“ und “Fürsabiturlernen“ beobachtete.
Nach Vollendung des ersten Tagesrennen des KaR konnte das Horn wieder ertönen. Der insgesamt zweite Tagessieg zum Auftakt des zweiten Wettkampftages. Mit den weiteren Platzierungen 3 und 4 schloss der KaR den Tag auf dem achten Platz ab und somit gab es noch die Möglichkeit unter die ersten 6 zu kommen und somit die Finalrennen zu erreichen.
Allerdings eröffnete sich ein ähnliches Bild am Sonntagmorgen, wie zuvor am Samstag. Der Sonntag begann nicht nur windstill, sondern auch wolkenverhangen - die Chancen auf Thermik somit gleich null.
Erst gegen 13:00h zog eine dunkle Wolke über Konstanz und brachte etwas Bewegung. Das Rennen des KaR verlief spannend. Als viertes Boot ging es um das Luvfass. Als erstes Boot wurde die Halse gesetzt und somit ein Angriff über links gesetzt. Innenraum am Gate – Platz 2! Die Kreuz verlief sehr eng, allerdings konnte der 2. Platz bis zum letzten Luvfass gehalten werden. Kurz danach wurde der KaR allerdings dicht bedrängt von 2 Folgebooten „überfahren“. Eine Halse in den freien Wind sollte helfen. Leider keine gute Halse. Letztendlich wurde aus dem zweiten Platz ein fünfter und die Stimmung war für einen Moment im Keller.
Allerdings stand noch ein letztes Rennen bevor und eine Top-Ten-Platzierung war noch drin. Der Wind frischte auf. Auf einen  sauberen Start in Lee und eine gute erste Kreuz, folgte ein ordentlicher Gennakerkurs und somit eine etwa 20m Führung am Leegate für den KaR. Diese konnte bis zum Luvfass verteidigt werden.
Die Verfolger teilten sich auf – einer nach links einer nach rechts. Einen kühlen Kopf bewahrend verteidigte der Kar, indem er zwischen den Verfolgen blieb. Ein letztes Mal noch sollte somit das Rupenhorn vom Ufer erschallen. Nach diesem letzten Sieg, wurden  Paul und Katha noch zum obligatorischen Gewinnerinterview gebeten. Wer es noch nicht gesehen hat, kann es sich hier nochmals anschauen:https://www.youtube.com/watch?v=aMls60z0-G0 (Ab 1:16:15)

Im allerletzten Rennen vor den Finalrennen, war der KaR zwar nicht mehr auf dem Wasser. Dennoch hieß es nochmals Daumendrücken. Zwei Konkurrenten, die in der Gesamtwertung noch vor dem KaR lagen, konnten noch entscheidende Punkte sammeln, um den KaR vorrücken zu lassen.
Um Haaresbreite fiel die letzte Entscheidung zu Gunsten des KaR aus, der den Spieltag somit auf dem achten Platz beendete.
Durch den 10. Platz in Starnberg verweilt der KaR zumindest bis zum nächsten Spieltag in Travemünde auf dem 9. Platz im Gesamttableau, wo das „Rupenhorn“ hoffentlich wieder erschallen wird.
Herzlichen Dank für die großartige Unterstützung aus Berlin.




Bis Bald
Euer BuLi-Team